04 Nov
von flimm - Kategorie: Allgemein, Ankündigungen
Die Idee ist nicht neu. Man sucht bei Amazon, Google Books usw. nach Büchern, bekommt aber immer auch die Verfügbarkeit im eigenen Bibliothekskatalog angezeigt und kann sich den Kauf der benötigten Literatur damit möglicherweise sparen.
Schon 2005 hatte Carrick Mundell diese Idee und realisierte sie sehr elegant mit der Firefox-Erweiterung Greasemonkey. Aufbauend auf seinem Prototyp, der die Bestandsinformation des lokalen OPACs in Amazon integrierte, wurden fortan Greasemonkey-Skripte von anderen Bibliotheken für ihren Bestand bereitgestellt und auf andere Dienste wie Google Books erweitert.
Greasemonkey klinkt sich in die Darstellung einer Webseite in Firefox ein und erlaubt es, diese durch eigene Skripte zu verändern. Die ”Magie” der Anreicherung mit Bestandsinformationen geschieht also ausschließlich im Browser des Nutzers. Damit muss er zwar selbst tätig werden, um die Bestandsanreicherung zu erhalten. Das ist aber sehr einfach und mit wenigen Klicks möglich:
Auch für den KUG bieten wir nun entsprechende Skripte für die Integration in Amazon und Google Books an. Es sind dies
Während die ursprünglichen Skripte von Carrick und anderen im wesentlichen über eine ISBN-Recherche in ihrem Katalog und anschliessendem HTML-Scratching über JavaScript-RexExps die Bestandsinformationen bestimmen, greifen die KUG-Skripte auf einen allgemeinen WebService für Bestandsinformationen des KUG zu. Dieser wird über Anhängen der ISBN an einen Basis-URL angesprochen und liefert strukturierte Informationen als XML zurück. Ein Beispiel ist z.B. der Titel Perl und XML. Neben Informationen zum Bestand der durch die übergebene ISBN ausgezeichneten spezifischen Ausgabe werden aber auch Informationen zu anderen Ausgaben (via ThingISBN) dargestellt. Zur sinnvollen Verlinkung werden PermaLinks integriert.
Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang die Entwicklungen rund um das Document Availability Information API (DAIA). Bei einer kurzen Durchsicht der Schema-Defintion konnte ich jedoch nicht die für unsere Zwecke benötigten Informationen über andere Ausgaben des gesuchten Titels finden. Daher lässt sich DAIA derzeit noch nicht für unsere Greasemonkey-Skripte einsetzen. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt auch Verfügbarkeitsinformationen anderer Ausgaben über DAIA transportiert werden, dann könnten wir DAIA hier problemlos implementieren und anstelle des derzeitigen WebServices einsetzen. Dies hätte dann auch den Vorteil, dass sich entsprechende Greasemonkey-Skripte mit sehr geringem Aufwand bei allen DAIA-nutzenden Bibliotheken einsetzen ließen.
Allgemeine Informationen hierzu finden Sie auch im OpenBib-Wiki im Artikel Integration von OpenBib in andere Webseiten.
03 Nov
von flimm - Kategorie: Ankündigungen, Einblicke und Konzepte
Verkehrte Welt? Bibliothek und OPAC 2.0 sind in aller Munde, was soll da ein konventioneller OPAC der Zählung 1.0? Denn gerade Funktionen, die über diesen hinausgehen, werden heutzutage von den Nutzern erwartet und gefordert. So kommt der KUG in unseren 14-tägigen KUG-Schulungen auch sehr gut bei den Studierenden an. Im direkten Feedback schätzen sie besonders die Mächtigkeit des KUG als zentrales Rechercheinstrument. Das hören wir natürlich gern.
Auch viele unserer InstitutsbibliothekarInnen nutzen aktiv die vom KUG bereitgestellten Funktionen. Dies beginnt z.B. mit der Veranschaulichung des eigenen Bestandes durch schlagwortspezifische Wortwolken und endet mit eigens für die Studierenden eingerichteten fachspezifischen Literaturlisten, die zusätzlich über PermaLinks in eLearning-Plattformen eingebunden werden.
Zu unserer Überraschung werden diese erweiterten Funktionen von einigen unserer InstitutsbibliothekarInnen jedoch auch entschieden missbilligt. RSS Feeds für Neuzugänge? Neumodischer Schnickschnack, den sowiso niemand nutzt. Tagging? Wir machen das eh besser. Literaturlisten? Zu subjektiv. Wikipedia? Unwissenschaftliches Teufelswerk. Und schließlich Coverbilder - braucht kein Mensch.
Auf den Punkt gebracht scheinen sich einige schlicht mit den neuen Funktionen überfordert zu fühlen, andere lehnen sie kategorisch ab. Mir klingen noch Jesse Ephraims Worte auf der NGC4LIB-Liste im Ohr, aber auch diese - Neuerungen ablehnende - Einstellung muss von uns selbstverständlich respektiert werden. Daher macht es durchaus Sinn, solche Strömungen zu integrieren und letztlich auch zu bedienen.
Das machen wir seit letzter Woche im KUG. Seither haben die Institute die Wahl, ob sie für ihre institutsspezifischen Sichten, in denen insbesondere ihr jeweiliger Katalog vorausgewählt ist, den normalen KUG haben möchten oder aber eine um jegliche weitergehenden Funktionen entschlackte Version - den neuen KUG light.
Ermöglicht wird dies über die von OpenBib bereitgestellte Kaskadierung von Templates in Verbindung mit systemweiten Katalogprofilen, nach denen kaskadiert wird. Jede (Instituts-)Sicht ist genau einem Katalogprofil zugeordnet. Damit lassen sich verschiedene Sichten gruppieren und mit alternativen Templates bestücken. Neben dem normalen Profil KUG gibt es dort nun ein neues Profil KUG light. Über die Webadministration kann mit einem Klick die Zuordnung einer einzelnen Sicht zu einem Profil geändert werden. Damit stellt diese neue Wahlmöglichkeit der Institute auch für uns keinen sonderlichen Mehraufwand dar.
Die Zahl der Templates, die für den KUG light geändert werden musste, ist ebenfalls sehr überschaubar. Lediglich 12 Basis-Templates wurden hierfür entsprechend angepasst. Der Rest wird weiterhin aus dem Pool der Standard-Templates verwendet.
Mit dem gleichen Mechanismus arbeiten wir derzeit auch an einer visuell überarbeiteten nächsten KUG-Version mit verbesserter Nutzerführung, die intern mit dem Kürzel kugng (=KUG next generation) versehen ist und auf die man bereits jetzt einen ersten Blick über die gleichnamige Sicht werfen kann.
Nachdem am 7.7.2008 die neue OpenBib-Version 2.2 offiziell freigegeben wurde, folgte in der Woche vom 7.7.-13.7.2008 dann die schrittweise Umstellung aller Produktions-Server des KUG auf diese Version.
Die seit der letzten Version 2.1 vergangenen knapp 9 Monate wurden genutzt, um sowohl die Programmbasis an einigen Stellen neu zu konzipieren (zentrale Objekte, Singletons, Umstieg auf frame-lose Programm- und Template-Struktur, s.u.) sowie die Funktionalität von OpenBib zu erweitern.
Folgende Änderungen und Erweiterungen der neuen Version sind für den Nutzer sofort sichtbar.
Verzicht auf Frames
Die Nutzung von Frames innerhalb der KUG-Anwendung wurde entfernt. Damit konnte die Barrierefreiheit des KUG erhöht werden. Ebenso ist nun eine uneingeschränkte Nutzung des KUG im Rahmen der freien Bibliographie-Verwaltungssoftware Zotero möglich, die bisher durch ein generelles Problem von Zotero im Zusammenspiel mit frame-basierten Webseiten eingeschränkt war.
Titel in anderen Ausgaben und anderen Katalogen
Für viele Titel wird nun auch auf andere Ausgaben (andere Auflage, Sprache usw.) direkt in der Einzeltreffer-Anzeige verwiesen. Hierzu wird die ThingISBN verwendet. Für die Zukunft ist aber auch die entsprechende Analyse des eigenen Bestandes z.B. auf Grundlage geeigneter kryptographischer Fingerabdrücke ala Bibkey vorgesehen. Ebenso wird dort nun auch direkt auf andere KUG-Kataloge verwiesen, die die betreffende Ausgabe des Titels besitzen.
Ein Beispiel hierfür ist dieser Titel.
Erweiterte und verbesserte Wort-Wolken
Auf Anregung unserer Nutzer wurden die Wort-Wolken um eine Aufschlüsselung des Bestandes nach Erscheinungsjahren erweitert.
Tiefere Integration von BibSonomy
Weitere Informationen zu 1) und 2) erhalten Sie in diesem Blog im
Artikel Wege aus dem Datensilo Bibliothekskatalog am Beispiel von OpenBib und BibSonomy.
Ein Tutorial, das Sie mit dieser neuen Funktion vertraut macht, finden Sie hier.
Verfügbarkeit des Titels in Google Book Search und BibSonomy
Der KUG wurde um ein flexibles bildbasiertes Verfügbarkeitssystem ähnlich dem ‘Ampel-System’ der EZB erweitert. Mit diesem können nun sehr einfach ausgehend von einem Titel und dessen ISBN oder Bibkey beliebige interne wie auch externe Dienste Dienste zur Anzeige eines Verfügbarkeitsstatus genutzt werden.
Dieses neue System wird derzeit z.B. zur Integration von Google Book Search genutzt.
Konkret wird bei einem Einzeltreffer im KUG entsprechend dessen ISBN nach Zusatzinformationen bei Google Book Search über dessen JavaScript-API gesucht und dem Nutzer mit einem Bild eine Rückmeldung über deren Verfügbarkeit gegeben. Damit kann dieser Dienst im KUG benutzt werden, ohne dass der Recherchierende in seinem Browser JavaScript zwingend aktiviert haben muss.
Ebenso wird dem Nutzer nun mit einem entsprechenden Bild die Verfügbarkeit des Titels in BibSonomy angezeigt.
Weitere Anreicherungen
Die zentrale Anreicherung der Katalogdaten für alle Kataloge des KUG wurde um weitere Inhalte erweitert. Dazu gehört die Anreicherung
Wurde bisher für zentrale Anreicherungen ausschliesslich auf die ISBN zurückgegriffen, so wird der Zugriff nun alternativ - für den Fall einer nicht vorhandenen ISBN - um den Bibkey erweitert.
Weitere Informationen erhalten Sie in diesem Blog im Artikel Zentrale Kataloganreicherung.
Systematisches Blättern
Aufgrund einer zentralen Datenbasis von derzeit knapp 160.000 Titeln kann nun katalogübergreifend anhand der Basisklassifikation systematisch und thematisch auf Titel zugegriffen werden. Geplant ist ein Ausbau um weitere Titel unter Zuhilfenahme entsprechender Fremddaten.
Literaturlisten
Nutzer können nun eigene Literaturlisten (privat und öffentlich) anlegen und auf diese von überall über Permanente Links zugreifen. Hier bietet es sich z.B. an offizielle Literaturlisten aus den verschiedenen Fachbereichen einzuarbeiten. Als Beispiel haben wir im KUG eine öffentliche Literaturliste für Studenten des Osteuropäischen Seminars zum Thema Europäische Geschichte angelegt.
Eine Übertragung von Literaturlisten in den KUG gerade von Seiten der Dozenten kann für deren Studenten sicherlich nur von Vorteil sein. Erweiterungen der Literaturlisten-Funktionalität sind geplant, wie z.B. Kennzeichnung und höhere Relevanz von Literaturlisten von privilegierten Nutzern (eben den Dozenten) und eine Integration in externe Angebote, wie z.B. E-Learning-Plattformen (ILIAS).
Integration des Ausleihsystems
Die Integration des Ausleihsystems durch Web-Services (OLWS) wurde um Bestellungen, Stornierungen und Verlängerungen erweitert.
Überarbeitung der Einzeltrefferanzeige
In der Einzeltrefferanzeige werden nun neben den Titelangaben in einem separaten Bereich verschiedene Möglichkeiten angeboten, um thematisch benachbarte Literatur zu finden. Dazu gehören Literaturlisten, von KUG-Nutzern vergeben Tags sowie Tags aus BibSonomy. Ebenso wurden die verschiedenen Eingabe und Informationselemente für Empfehlungen, das Tagging, Literaturlisten und Verweise auf den Titel in anderen Katalogen und Ausgaben in eine (JavaScript-basierte) Karteikartenreiter-Struktur überführt.
Eine weitere Überarbeitung der Benutzerführung ist für die nächste Version fest eingeplant.
Englische Sprachversion
Der KUG ist nun auch in englischer Sprache nutzbar. Klicken Sie dazu auf das entsprechende Länder-Icon oben rechts.
Cover-Scans
In Zusammenarbeit mit Lehmanns Fachbuchhandlung GmbH können wir nun auch für den KUG Cover-Scans anbieten.
Verwendung von JavaScript und AJAX
Der KUG wurde um die Verwendung von JavaScript und AJAX erweitert. Dies wurde so realisiert, dass alle Recherche- und Informationsmöglichkeiten auch mit aus Sicherheitsgründen abgeschalteten JavaScript im Web-Browser weiterhin nutzbar sind. Für alle anderen Nutzer mit aktiviertem JavaScript konnte dadurch die Bedienbarkeit des KUG an verschiedenen Stellen verbessert werden.
Rufen Sie als Beispiel folgenden Titel einmal mit aktiviertem und einmal mit deaktivierter JavaScript-Unterstützung Ihres Browsers auf.
Unsichtbar im Fundament der Anwendung sowie der Konfiguration und Administration wurden weitere Änderungen vorgenommen.
Systemseitige Katalog-Profile
In den bisherigen KUG-Versionen war die grundsätzliche Strategie bei der Integration speziell von Institutskatalogen in eigenen Portal-Sichten die Aufweitung des Katalogauswahl von dem einzelnen Institutskatalog hin zu allen verfügbaren Katalogen. Dazu konnte in der webbasierten KUG-Administration für jeden Katalog festgelegt werden, ob er aktiv ist oder nicht. Für jede Portal-Sicht konnte dann wiederum festgelegt werden, welche der aktiven Kataloge für die jeweilige Sicht vorausgewählt sind - alle anderen waren aber grundsätzlich sichtbar.
Gerade bei den Spezial-Portalen sollten aber natürlich nur ein eng umgrenzter Kreis an Katalogen sichtbar sein. Die konnte z.B. für die Portraitsammlung oder die Rheinlandbib sehr einfach über
sichtspezifische Templates realisiert werden.
Um diese Logik aus den Templates zu entfernen und in die webbasierte Administration zu integrieren wurden systemseitige Katalog-Profile als weitere Abstraktionsschicht zwischen die aktiven Kataloge und die vorausgewählten Kataloge einer Portal-Sicht eingeführt. In diesen Profilen werden verschiedene Katalog-Portfolien definiert, die dann wiederum eindeutig einer Portal-Sicht zugeordnet werden. Dort kann dann wieder definiert werden, welche Kataloge aus dem jeweiligen Portfolio vorausgewählt werden sollen.
Umstellung auf YAML-basierte Konfigurationsdateien
Mit der neuen Version wandern die Konfigurationseinstellungen für das Portal, die Konvertierung und die Invertierung der einzelnen Kategorien aus Perl-Datenstrukturen spezieller Konfigurations-Module in ausgelagerte YAML-basierte Konfigurationsdateien, die nun sehr einfach geändert werden können. Auch die Basisklassifikation wird als YAML-Datei abgelegt.
Einführung von Objekten und Singletons
Um eine einfache und flexible zukünftige Weiterentwicklung von OpenBib zu gewährleisten, wurde die Umstellung weiterer prozeduraler Kernbereiche wie Normdaten (Record::*), Titellisten (RecordList::*), Suchanfragen (SearchQuery::*) usw. auf Objekte vorangetrieben und die jeweiligen Templates und Apache-Handler dementsprechend überarbeitet. Geeignete bereits bestehende Objekte (Config, Session) wurden darüber hinaus zu Singletons und können damit im mod_perl-Kontext des Apache Webservers nun deutlich effizienter genutzt werden.
Zusammenfassung des Gesamtbestandes in der zentralen Anreicherungsdatenbank
Für viele Funktionen, wie z.B. die schnelle Verfügbarkeitsrecherche eines Titels aus BibSonomy im KUG oder eines Titels in anderen KUG-Katalogen, ist ein schneller und effizienter Lookup der Titel notwendig. Dieser wird durch eine neue Tabelle all_isbn umgesetzt, in der zunächst die ISBN’s aller Titel aus allen Katalogen im Rahmen des nächtlichen Katalog-Updates eingetragen wurde. Inzwischen werden dort auch die Bibkeys abgelegt, so dass auch auf deren Grundlage Lookups im Gesamtbestand durchgeführt werden können.
Umstellung des DigiBib-Konnektors auf Suchmaschinentechnologie
Der DigiBib-Konnektor, mit dem u.a. die Digitale Bibliothek NRW des hbz, uk-online und Citavi an den KUG angebunden sind, wurde vom bisher genutzten SQL-Backend auf das Xapian-Suchmaschinen-Backend umgestellt. Darüber hinaus wird dort nun auf einmal in einem gesamten virtuellen Datenbankobjekt recherchiert und nicht mehr nacheinander in den einzelnen Datenbanken. Diesen Ansatz wollen wir auch für die Einfache Suche von OpenBib für eine der nächsten Versionen evaluieren.
Insgesamt hat sich also einiges in OpenBib und dem KUG getan. Für die nächste Version haben wir aber auch schon wieder viele Ideen, die wir austesten und dann gegebenenfalls übernehmen wollen. Und dann liegt auch in Sachen Forcierung der Objektorientierung noch einiges vor uns.
09 Jul
von flimm - Kategorie: Interessante Projekte
Unter diesem Titel gab es auf der Code4libcon 2008 einen Kurzvortrag (Folien und Video) von Mark Dahl und Jeremy McWilliams. In ihrem Vortrag beschreiben sie, wie sie auf Basis von Flickr eine digitale Sammlung zeitgenössischer Keramikarbeiten inklusive wissenschaftlichem Review-Workflow aufbauen - ihr Name: accessCeramics. Möglich wurde dies erst durch Flickr als Backend mit seinem API. Ich denke schon der derzeitige Stand kann sich sehen lassen - und das in mehrfacher Hinsicht.
So stellt das Projekt erst einmal eine interessante wissenschaftliche Anwendung von Flickr dar. Durch die Nutzung von Flickr kann man ein größeres Publikum erreichen - und von diesem wiederum durch Tags, Kommentare usw. profitieren. Und schließlich hat man auch noch eine ansprechend präsentierte Sammlung mit sehr schönen Bildern der Keramikarbeiten.
Speziell bei diesem Projekt muss man sich sicherlich auch Gedanken über Fallback-Lösungen machen, falls es Flickr einmal nicht mehr geben wird - aber das Problem hat man sowiso mit allen Web 2.0 Diensten…
Wenn man aber z.B. noch keine eigene Softwarelösung für digitale Sammlungen besitzt, sich vor deren Kosten scheut oder eine bereits bestehende Sammlung über einen weiteren Weg in ein größeres Ganzes einbetten will - so stellt dieses Projekt einen interessanten Ansatz dar.
Oder: Wie kann ich mehr als 130 Kataloge mit zusätzlichen Informationen anreichern, ohne dass Sie etwas davon wissen.
Unter Kataloganreicherung (catalogue enrichment) versteht man im weitesten Sinne die “von Bibliotheken praktizierte Ergänzung der Katalogeinträge durch weiterführende Informationen” (aus Wikipedia). Als weitere Differenzierung bietet sich aus meiner Sicht zusätzlich die Unterscheidung zwischen Recherche-Anreicherung (welche zusätzlichen Inhalte sollen recherchierbar gemacht werden) und Ergebnis-Anreicherung (welche zusätzlichen Inhalte sollen zum Recherche-Ergebnis hinzugefügt werden) an.
Diese Unterscheidung kann man gut am 180T- und dem Neuerwerbungsscan-Projekt festmachen, bei dem unter der Federführung des Hochschulbibliothekszentrums NRW (hbz), unterstützt vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen und durchgeführt von der Firma ImageWare Components GmbH in Zusammenarbeit mit den beteiligten Bibliotheken seit Herbst 2005 an der USB Köln und verschiedenen anderen Bibliotheken Inhaltsverzeichnisse von Büchern gescannt und mit einer OCR-Schrifterkennung bearbeitet wurden.
Gerade bei einer großen Magazinbibliothek wie der USB Köln stellt die Anreicherung der Recherche-Ergebnisse mit Inhaltsverzeichnissen zweifelsohne einen hohen praktischen Nutzwert für die Recherchierenden dar. In der Einzeltrefferanzeige werden die digitalisierten Inhaltsverzeichnisse verlinkt und der Nutzer kann sich von überall ein Bild davon machen, ob das entsprechende Buch für ihn wohl relevant ist oder nicht - ohne den Zyklus “Bestellen-Warten-Abholen-Reinschauen-Sofort zurückgeben” durchlaufen zu müssen.
Demgegenüber lässt sich über die Sinnhaftigkeit der Recherche-Anreicherung mit den zugehörigen OCR-Volltexten trefflich streiten, insbesondere, da diese von einigen schon als “sinnvolle Alternative zur Verschlagwortung und Systematisierung” gehandelt wird.
Zitat aus dem Wikipedia-Artikel, das sich absolut mit meiner Beobachtung der deutschen Bibliothekslandschaft deckt:
“Da die herkömmliche Sacherschließung mehr und mehr als unzureichend empfunden wird, erhoffen sich Bibliotheken von der Kataloganreicherung eine erhebliche Verbesserung der Recherchequalität“.
Konkret könnte dahinter aber leider auch der Wunsch stehen, intellektuelle (und damit kostenintensive) Sacherschließung durch technisch gewonnene Inhalte - wie eben Inhaltsverzeichnisse - zu ersetzen, um damit effektiv den Bibliothekar oder Fachreferenten als fachkundigen Sacherschließer abzulösen. Von dieser Abschaffung oder Reduzierung der intellektuellen Sacherschließung halte ich nichts, viel sinnvoller ist meiner Meinung nach ein “sowohl als auch”, wie die Koexistenz bibliothekarischer Verschlagwortung und nutzerbasiertem Tagging zeigt.
Als Beispiel für die Vorteile dieser Recherche-Anreicherung wird dann häufig der eine oder andere konkrete Begriff genannt, der nur im Inhaltsverzeichnis vorkommt und den man ohne dieses nicht hätte finden können. Das ist zweifelfrei korrekt.
Allerdings muss dem gegenüber auch der Normalfall gesehen werden, bei dem Inhaltverzeichnisse mit “Allerweltsworten” wie Wirtschaft, Bilanz usw. durchzogen sind und damit eine Recherche-Anreicherung zwingenderweise in großen, unübersichtlichen Ergebnismengen mündet - aber das Relevance-Ranking der Suchmaschinentechnologie wirds schon richten… Schön wäre das, allein der Glaube fehlt mir.
Dazu kommt dann auch noch, dass es für den Recherchierenden nicht unmittelbar ersichtlich ist, warum ein Treffer denn überhaupt gefunden wurde - wenn das entsprechende Wort im Treffer z.B. nicht visuell hervorgehoben ist und sich stattdessen im “unsichtbaren” OCR-Text des Inhaltsverzeichnisses versteckt, der sich wiederum nur im Suchindex wiederfindet. Das bedeutet nicht, dass Recherche-Anreicherung nicht auch sinnvoll angewendet werden kann, nur sollte man sich jeden angereicherten Inhalt genau anschauen, ob er hierfür geeignet ist.
Gerade für den KUG mit OpenBib stellt die Kataloganreicherung eine besondere Herausforderung dar, da hier nicht nur ein einzelner Katalog angereichert werden soll, sondern eine einheitliche Anreicherung aller mehr als 130 separaten Kataloge stattfinden soll.
Realisiert wird die Kataloganreicherung in OpenBib mit einer separaten Anreicherungsdatenbank. In dieser werden verschiedene Informationen zur Nutzung für alle Kataloge abgelegt. Als Identifizierungsschlüssel dient die ISBN bzw. der Bibkey - ein “bibliographischer Fingerabdruck” des entsprechenden Titels.
Folgende Informationen werden dort abgelegt:
Der Vorteil dieser zentralen Anreicherungsdatenbank ist, dass die Anreicherungsinformationen nun nicht mehr mit einem speziellen Titel in einem speziellen Katalog verknüpft sind, sondern stattdessen “freischwebend” und damit automatisch nutzbar für alle Kataloge über die ISBN bzw. den Bibkey. Der jeweilige Titel in irgendeinem Katalog “weiß” von einer möglichen Ergebnis-Anreicherung nichts.
Erst bei der Einzeltrefferanzeige werden für einen konkreten Titel Katalog- und Anreicherungsdaten kombiniert und dann ausgegeben. In Kombination mit 2) läßt sich sehr effizient ein Browsing über gleiche Anreicherungsinhalte innerhalb eines Kataloges verwirklichen - allein durch die über den Katalog frei schwebende Anreicherungsschicht. Für eine noch effizientere Realisierung einer Recherche-Anreicherung mit Benutzereingaben bietet es sich dann jedoch zusätzlich an, gezielt spezielle Anreicherungsinhalte in den Suchindex eines entsprechenden Kataloges zu übernehmen.
Ergebnis-Anreicherung
Die Inhalte in der Anreicherungsdatenbank fließen sofort in die einzelnen Treffer ein. Dazu “verschmelzen” die entsprechenden “Anreicherungs”-Kategorien aus 1) mit den herkömmlichen Kategorien der Titelnormdaten und können über das Template visible_categories_titset, in dem auszugebende Kategorien und deren Reihenfolge definiert sind, für die Ausgabe aktiviert werden.
Demgegenüber werden die Informationen aus 2) und 3) nicht mit den Titelkategorien verschmolzen, sondern als separate Informationsblöcke an das Ausgabe-Template search_showtitset übergeben.
Recherche-Anreicherung
Bei Inhalten aus 1) kann optional in der Konfigurationsdatei für die Konvertierung “convert.yml” unter dem Schlüssel “local_enrichmnt” definiert werden, ob sie bei der Migration - d.h. dem nächtlichen Neuaufbau eines Kataloges mit aktualisierten Daten - berücksichtigt werden sollen und unter welcher Eingabekategorie sie dann recherchierbar sind.
Zusätzlich sind in die Migration weitere “automatische Anreicherungen” u.a. für eine bessere Recherchierbarkeit der Titel integriert:
Beispiele aus dem KUG
Im KUG werden neben den “automatischen Anreicherungen” derzeit folgende zusätzlichen Informationen eingebracht:
Alle Programme, die für die Gewinnung der entsprechenden Anreicherungsdaten verwendet wurden, sind über das CVS-Archiv von OpenBib verfügbar.
Ausblick
Neben der Integration weiterer Anreicherungsinhalte in zusätzlichen Kategorien stellt sich die Frage, ob der Weg einer zentralen Anreicherung auch für andere Bereiche, wie z.B. Nutzer-Tags, katalogübergreifend genutzt werden kann.
Ebenso muß weiter darüber nachgedacht werden, in wieweit man angereicherte Inhalte auch mit anderen Katalog 2.0 Projekten austauschen kann. Hier denke ich z.B. an beluga und XOPAC und die entsprechenden Gespräche, die wir zusammen auf dem beluga Workshop letzten November in Hamburg geführt haben.
Für die reine Ergebnis-Anreicherung bietet sich derzeit sicherlich als sehr schöner und eleganter Weg der von Jakob Voss entwickelte SeeAlso-Dienst an. Andere Möglichkeiten der Anreicherungen bietet auch der Dienst LibraryThing for Libraries. Dennoch wäre ein Vollzugriff auf die gesamten Anreicherungs-Inhalte sehr wünschenswert - auch im Hinblick auf eine etwaige Recherche-Anreicherung oder eine Rückkopplung zum lokalen Bestand, wie beim Browsing von Titeln zu gleichen Anreicherungsinhalten in einem Katalog. In diesen Aspekten unterscheidet sich die zentrale Anreicherung in OpenBib derzeit von dem SeeAlso-Dienst.
28 Mai
von flimm - Kategorie: Allgemein
In OpenBib und beim Referenzeinsatz im KUG wurde nun schon seit mehr als einem Jahr die Zugreifbarkeit und nutzbringende Verwendung von Katalogdaten durch verschiedene Mechanismen ermöglicht und so versucht den Datensilo Bibliothekskatalog aufzubrechen. Am meisten Aufmerksamkeit bekam sicherlich die Exportmöglichkeit von Katalogdaten nach BibSonomy, aber OpenBib bietet noch verschiedene andere Möglichkeiten der Weiterverwendung der Bibliotheksdaten, wie u.a. die strukturierte Übernahme via UnAPI (z.B. in Zotero).
Die damals eingeführte Integration von BibSonomy ermöglichte auf einfache Art die Nutzbarkeit der Daten in einem gemeinschaftlichen Kontext - lokale Katalogisate konnten einfach übernommen und mit eigenen Tags versehen werden. BibSonomy ermöglichte dann über die vergebenen Tags andere potentiell interessante Quellen (Publikationen und Internetquellen) zu finden.
Wenig später wurde OpenBib um eine eigene Tagging-Funktion erweitert. War diese zunächst noch eine zeitgemäße Alternative zu klassischen strukturierten Merklisten, wurde wenig später durch die Öffnung öffentlich markierter Tags für andere auch eine gemeinschaftliche Nutzung ermöglicht. Dieses Social-Tagging auf lokaler Ebene bringt jedoch auch Probleme mit sich:
Vor diesem Hintergrund ist es daher sehr sinnvoll, den Weg hin zu einer oder mehreren übergeordneten Instanzen wie z.B. BibSonomy weiter zu verfolgen, die Katalogdaten und Tags von vielen verschiedenen Quellen (insbesondere gerade Bibliothekskatalogen) vereint und damit als großer Datenaggregator auftritt.
Der Nutzen einer solchen übergeordneten Instanz ist umso größer, je mehr Daten von verschiedenen (Katalog)Quellen in diese übernommen werden, und je besser diese Instanz wiederum in einen lokalen Katalog integriert werden kann.
Daher wurde die Integration von BibSonomy in die nächste Version 2.2 von OpenBib grundlegend erweitert. Die neue Version wird demnächst produktiv geschaltet, ist aber schon jetzt als Test- und Entwicklungsversion mit hoffentlich wenigen Bugs unter kug5.ub.uni-koeln.de verfügbar.
Konkret wird in der neuen Version
nach BibSonomy integriert.
Hintergrund von 1) ist der Wunsch über die zentrale Datenbasis von BibSonomy anhand von Tags weitere thematisch infrage kommende Quellen zu entdecken (Publikationen und Bookmarks). Damit wird dem Aspekt “Ich möchte auch etwas finden, was ich nicht gesucht habe” Rechnung getragen, der so bei einem Treffen mit Wissenschaftlern im Rahmen des beluga-Projektes geäussert wurde.
Dazu wird mit dem Bibkey (konkreter: dem derzeitigen inter-hash key von BibSonomy) für Publikationen bei der Einzeltrefferanzeige eines Titels ein Lookup in BibSonomy gemacht und gegebenenfalls die dort zugehörigen Tags angezeigt.
Da nicht jeder Titel aus dem KUG schon in BibSonomy vorhanden ist, andererseits aber zu entsprechenden relevanten Tags weitere interessante Titel in BibSonomy gefunden werden können, werden zusätzlich die im KUG-Titel verwendeten Schlagworte ‘taggifiziert’ und mit BibSonomy abgeglichen. Auf diese Weise erhält der Nutzer effektiv eine Tag-Liste, über die er in den Bestand von BibSonomy eintauchen kann. Das ganze geschieht vollintegriert (über das BibSonomy-API) in der KUG-Oberfläche.
Anhand der in BibSonomy gefundenen Bibkeys für Publikatinen wird dann on-the-fly jeweils wieder ein Lookup im KUG-Bestand gemacht, so dass für die in BibSonomy erbrowsten Titel dann wieder die lokale Verfügbarkeit in den KUG-Katalogen sofort mit ausgegeben werden kann. Dazu wird jeder Titel im KUG mit einem Bibkey angereichert - so er über alle relevanten Informationen für dessen Bildung verfügt.
Es kann natürlich vorkommen, dass ein und derselbe Titel in KUG und BibSonomy leicht verschieden aufgenommen ist - speziell die Kodierung von Umlauten/Diakritika ist hier ein Problem - und damit die Bibkeys differieren. Daher bedeutet eine gefundene negative Verfügbarkeit fuer den KUG nicht zwangsläufig, dass der Titel dort wirklich nicht vorhanden ist - das ist aber der Preis der gezahlt werden muss…
Ein Beispiel, das diese neue Funktion ganz gut illustriert ist der folgende Titel aus dem Test-System mit der neuen Version:
http://kug5.ub.uni-koeln.de/portal/connector/permalink/inst006/6439/1/inst006/index.html
Unter der Titel-Daten-Kategorie ‘BibSonomy-Tags‘ verbergen sich die relevanten Tags, über die in den Datenbestand von BibSonomy eingetaucht werden kann.
Stellt 1) einen Weg dar, BibSonomy in den eigenen Katalog zu integrieren und als die angesprochene ‘gemeinsame‘ Datenbasis lokal zu nutzen, wird mit 2) genau die dazu notwendige Öffnung des Datensilos OPAC und ein verbesserter (Katalog- und Tagging-) Datenfluß nach BibSonomy forciert. Dazu bekommt der Nutzer in der nächsten KUG-Version die Möglichkeit seine Tagging-Aktionen im KUG vollautomatisiert nach BibSonomy zu spiegeln.
Konkret taggt er dann wie vorher munter im KUG. Nur werden seine Tags und Titel nicht nur im KUG gespeichert. Darüber hinaus werden die Titel im KUG (so in seinem BibSonomy-Account noch nicht vorhanden) automatisch in seinem BibSonomy-Account eingetragen und mit den lokal im KUG vergebenen Tags und der Sichtbarkeitsinformation (öffentlich oder privat) versehen. Ändert er seine Tags im KUG, so werden diese Änderungen auch in BibSonomy automatisch nachgezogen.
Auf diese Weise können die Nutzer weiterhin lokal den OPAC mit all seinen Funktionen nutzen, die Daten wandern aber zusätzlich zu der geforderten gemeinsamen ‘Datenzentrale‘ BibSonomy über die der Nutzer weitergehende Dienste angeboten bekommt, die er anderseits aber wieder rückgekoppelt im lokalen Kontext als Datenquelle verwenden kann.
In der Vergangenheit wurde das OpenBib Rechercheportal zwar seit seinen Anfängen 1997 kontinuierlich weiterentwickelt, nach aussen zeigte sich dies aber “nur” in etwa zwei offiziellen Releases pro Jahr im Rahmen des Kölner UniversitätsGesamtkatalogs (KUG). Um die Entwicklung “dazwischen” nach aussen besser zu kommunizieren und zusammen mit den dabei tangierten Bereichen des “Next Generation Catalogue” aka OPAC 2.0 zu diskutieren, wurde dieses Blog eingerichtet.