Verkehrte Welt? Bibliothek und OPAC 2.0 sind in aller Munde, was soll da ein konventioneller OPAC der Zählung 1.0? Denn gerade Funktionen, die über diesen hinausgehen, werden heutzutage von den Nutzern erwartet und gefordert. So kommt der KUG in unseren 14-tägigen KUG-Schulungen auch sehr gut bei den Studierenden an. Im direkten Feedback schätzen sie besonders die Mächtigkeit des KUG als zentrales Rechercheinstrument. Das hören wir natürlich gern.

Auch viele unserer InstitutsbibliothekarInnen nutzen aktiv die vom KUG bereitgestellten Funktionen. Dies beginnt z.B. mit der Veranschaulichung des eigenen Bestandes durch schlagwortspezifische Wortwolken und endet mit eigens für die Studierenden eingerichteten fachspezifischen Literaturlisten, die zusätzlich über PermaLinks in eLearning-Plattformen eingebunden werden.

Zu unserer Überraschung werden diese erweiterten Funktionen von einigen unserer InstitutsbibliothekarInnen jedoch auch entschieden missbilligt. RSS Feeds für Neuzugänge? Neumodischer Schnickschnack, den sowiso niemand nutzt. Tagging? Wir machen das eh besser. Literaturlisten? Zu subjektiv. Wikipedia? Unwissenschaftliches Teufelswerk. Und schließlich Coverbilder – braucht kein Mensch.

Auf den Punkt gebracht scheinen sich einige schlicht mit den neuen Funktionen überfordert zu fühlen, andere lehnen sie kategorisch ab. Mir klingen noch Jesse Ephraims Worte auf der NGC4LIB-Liste im Ohr, aber auch diese – Neuerungen ablehnende – Einstellung muss von uns selbstverständlich respektiert werden. Daher macht es durchaus Sinn, solche Strömungen zu integrieren und letztlich auch zu bedienen.

Das machen wir seit letzter Woche im KUG. Seither haben die Institute die Wahl, ob sie für ihre institutsspezifischen Sichten, in denen insbesondere ihr jeweiliger Katalog vorausgewählt ist, den normalen KUG haben möchten oder aber eine um jegliche weitergehenden Funktionen entschlackte Version – den neuen KUG light.

Der neue KUGlight als OPAC 1.0

Ermöglicht wird dies über die von OpenBib bereitgestellte Kaskadierung von Templates in Verbindung mit systemweiten Katalogprofilen, nach denen kaskadiert wird. Jede (Instituts-)Sicht ist genau einem Katalogprofil zugeordnet. Damit lassen sich verschiedene Sichten gruppieren und mit alternativen Templates bestücken. Neben dem normalen Profil KUG gibt es dort nun ein neues Profil KUG light. Über die Webadministration kann mit einem Klick die Zuordnung einer einzelnen Sicht zu einem Profil geändert werden. Damit stellt diese neue Wahlmöglichkeit der Institute auch für uns keinen sonderlichen Mehraufwand dar.

Die Zahl der Templates, die für den KUG light geändert werden musste, ist ebenfalls sehr überschaubar. Lediglich 12 Basis-Templates wurden hierfür entsprechend angepasst. Der Rest wird weiterhin aus dem Pool der Standard-Templates verwendet.

Mit dem gleichen Mechanismus arbeiten wir derzeit auch an einer visuell überarbeiteten nächsten KUG-Version mit verbesserter Nutzerführung, die intern mit dem Kürzel kugng (=KUG next generation) versehen ist und auf die man bereits jetzt einen ersten Blick über die gleichnamige Sicht werfen kann.