Oder: Wie man auf die Schnelle eine Probefahrt macht.
In der Vergangenheit wurden wir des Öfteren nach dem konkreten Einsatz von OpenBib gefragt. Was ist zu bedenken, wenn eine Bibliothek die Software lokal einsetzen möchte? Wie aufwändig sind Installation und Betrieb, ist die Software überhaupt etwas für uns, usw.
Sehr schnell hat sich dann gezeigt, dass insbesondere die Installation eine abschreckende Wirkung zu haben scheint – obwohl sie sich für einen Kundigen mit dem entsprechend praktischen Know-How nach meiner Einschätzung unter Zuhilfenahme des OpenBib Wiki an einem Vormittag bewerkstelligen lässt. Wenn man es schon einmal gemacht hat, dann geht es sogar in 30-60 Minuten (Infrastruktur inklusive).
Nicht nur die Installation und Konfiguration der Basis-Infrastruktur mit Apache, MySQL, mod_perl und Xapian scheint hier problematisch zu sein, sondern auch die Installation der eigentlichen OpenBib-Anwendung mit ihren verschiedenen Perl-Modulen.
Da aber gerade eine Evaluation vor einem möglichen Einsatz steht, sollte für eine Probefahrt mit KUG und OpenBib auch nicht viel Aufwand anfallen. Aus diesem Grund habe ich auf Basis von VMWare Workstation einen fertig installierten und konfigurierten virtuellen Rechner mit OpenBib erstellt, der sich mit minimalem Aufwand in Betrieb nehmen lässt.
Das Abbild des fertig konfigurierten Rechners ist über folgenden URL erreichbar:
http://kug.ub.uni-koeln.de/testdrive/
Für die Inbetriebnahme reicht folgendes aus:
Die Installation auf dem virtuellen Rechner entspricht dem aktuellen KUG in der Version 2.3 und enthält zwei fertig eingespielte Kataloge. Beim Betriebssystem und dem MySQL-Server wird das Passwort StrengGeheim für den Nutzer root verwendet, in der Web-Administration von OpenBib selbiges Passwort für den Nutzer admin.
Eine Aktualisierung der OpenBib-Sofware als Nutzer www-data ist jederzeit durch ein cvs update -d unter /opt/cvs/openbib-current/ möglich.
Jenseits der Evaluation besteht mit dem Image natürlich auch die Möglichkeit OpenBib direkt in eine lokale virtualisierte Infrastruktur auf Basis von VMWare aufzunehmen und es somit als Ausgangspunkt für ein lokales virtualisiertes Produktionssystem zu verwenden. Gerade Virtualisierung ist auch bei uns ein Thema. Als OpenSource-Lösungen favorisiere ich aber derzeit KVM, womit zusätzlich zum VMWare-Image sicherlich in der Zukunft ein KVM-Image stoßen wird.
1 Kommentar
Sven Koesling
28|Mai|2009 1Sehr geehrter Herr Flimm,
vielen Dank für diese Arbeit! Ich gehöre auch zu denen, die bei der Installation irgendwann abgebrochen haben. Dabei hatte ich auf ein aktuelles Debian gesetzt, womit diverse Abhängigkeiten der Installation nicht erfüllt werden konnten.
Aber durch das Image ist meine Neugier nochmal geweckt und ich werde mir das System gerne ansehen.
Freundliche Grüsse aus der Schweiz
Sven Koesling
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