Hinweis: Seit dem 11.3.2010 werden in PaperC nicht mehr die ISBNs der Print-Ausgabe indexiert. Damit sind die Titel aus einem Bibliothekskatalog – wo eben diese vorhanden ist – nicht mehr auffindbar. Lukas Rieder von PaperC hat jedoch angekündigt, dass die Print-ISBNs zukünftig wieder erfasst werden sollen.

Der Online-Dienst PaperC (Pay-per-Copy) bietet seinen Nutzern die Möglichkeit kostenlos Fachbücher im Internet zu lesen und wurde mit dieser Idee „Startup des Jahres“. Will der Nutzer Seiten aus einem Fachbuch weiter verarbeiten, so zahlt er dafür 10 Cent pro Seite und kann fortan laut PaperC-Startseite

  • Seiten herunterladen und ausdrucken
  • Textstellen einfach kopieren und zitieren
  • eigene Notizen anfügen und online verwalten

Für Rechercheplattformen wie dem KUG mit seinen Nutzern ist PaperC damit ein sehr nützlicher Dienst, stellt er doch eine interessante Alternative zu teuer erworbenen E-Books dar. Gerade in der letzten Woche schlug der Dienst in der Blogsphäre einige Wellen, als der Verlag O’Reilly 600 Bücher zu PaperC beisteuerte und die Einbindung von PaperC in Verbundkataloge thematisiert wurde. Sehr erfreulich ist die Bereitschaft von PaperC seine Metadaten zur Kataloganreicherung zu liefern. Ebenso wurde auf breiten Wunsch ein API fertig gestellt, dass allerdings bisher noch nicht öffentlich im Blog dokumentiert ist.

Um unseren Nutzern die Vorteile von PaperC schon jetzt anbieten zu können – und weil die Implementierung eine Sache von knapp 3 Minuten war – zeigt der KUG nun bei den Vollanzeigen derjenigen Titeln, die in PaperC vorhanden sind, deren Verfügbarkeit direkt an – wie im Beispiel-Titel „Programming web services with Perl„.

Der schon für die Einbindung von Google Books verwendete Mashup-Mechanismus im KUG ist sehr einfach und verzichtet bewusst auf die Verwendung von JavaScript. Stattdessen wird lediglich ein Bild mit einem URL verlinkt, der die Recherche bzw. den Einsprung in den jeweiligen Dienst (über die in der Titelaufnahme enthaltene ISBN) aufruft. Im Fall von PaperC ist das einfach

http://paperc.de/search?query=0596002068&commit=Suchen

Das „Verfügbarkeits-Bild“ wird dynamisch über einen Konnektor erzeugt. Dieser überprüft – ebenfalls über eine einfache Recherche – die Verfügbarkeit. Ist der jeweilige Titel bei PaperC enthalten, so wird das PaperC-Bild ausgegeben und der Recherche-Link ist nutzbar, falls nicht wird stattdessen ein transparenter Pixel ausgegeben und der Link ist unsichtbar.

Wichtig ist bei dieser Art der Nutzung für den konnektorseitigen Aufruf – z.B. bei Google Books – die Weiterreichung der IP des aufrufenden Nutzers über den auch in Proxies gesetzten X-Forwarded-For-Header, um einem generellen Blocking der IP des Portal-Rechners zu entgehen. Da bei PaperC darüber hinaus ein Buch nicht über seine korrespondierende ISBN13 recherchierbar zu sein scheint, falls nur die ISBN10 ursprünglich vorhanden ist, konnten wir für den Konnektor nicht die sonst übliche Normierung auf ISBN13 nutzen, sondern mussten 1:1 die in der KUG Titelaufnahme enthaltene ISBN10 verwenden.

Stehen später dann irgendwann einmal die Metadaten oder das API wirklich zur Verfügung, kann für den KUG im Hintergrund problemlos – und für den Nutzer weitgehend unsichtbar – eine Umstellung darauf erfolgen.

Update 2.3.2010: Nach einer Anregung in einem Tweet geht aus dem PaperC-Verfügbarkeitsbild nun eindeutig hervor, dass die Lehrbücher kostenlos gelesen werden können.

Update 11.3.2014: Mit dem Relaunch von PaperC auf paperc.com werden nur noch maximal 10 Prozent eines E-Books frei lesbar sein. Damit fällt sämtlicher noch vorhandener Nutzen für unsere User weg, so dass wir zum 1.4.2014 PaperC komplett aus KUG und USB-Portal an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln entfernen werden. Auch wenn der Umfang des freien Zugriffs auf E-Books bereits seit einiger Zeit schleichend reduziert wurde, erfreute sich dieser Katalog bei unseren Usern immer noch recht hoher Beliebtheit. Mit dem Relaunch ist aber selbst von dem aktuellen Restnutzen dann nicht mehr viel übrig. Das ist sehr schade, aber dennoch vielen Dank an PaperC für knapp 4 Jahre relativ freien Zugang zu E-Books für unsere User.