Schon beim Bibliothekskongress in Leipzig war ein sehr positives Echo auf die Freigabe der Katalogdaten zu vernehmen. Oft wurde ich darauf angesprochen und in den vielen Gesprächen, die ich dort geführt habe, wurde unser Schritt durchweg begrüßt. Sicherlich muss zukünftig aber dennoch weitere Überzeugungsarbeit geleistet werden, um auch andere Bibliotheken von den Vorteilen der Daten-Öffnung zu überzeugen.  Sie ist eine fundamentale Voraussetzung dafür, dass die hochwertigen Bibliotheksdaten wirklicher intergraler Teil des Netzes im Semantic Web werden können und damit die Nutzer auch ausserhalb der Bibliothekskataloge und dedezierten Suchanwendungen (neudeutsch Discovery Interfaces) erreichen.

Das generelle Interesse unterstreicht auch die Zahl der insgesamt knapp 1300 Aufrufe unserer opendata.ub.uni-koeln.de-Seite und  die etwas mehr als 800 Aufrufe meines Blog-Artikel in den vergangenen 6 Tagen.

Als einer der Ersten hat Mathias Schindler am 12.3. bei uns die bibliographischen Daten für die Weiterverarbeitung in der deutschen Wikipedia heruntergeladen. Insgesamt waren bisher etwa 1500 Downloads zu verzeichnen. Da wir die Daten aber getrennt nach Normdaten anbieten, andererseits manchmal aber auch nur Interesse an einzelnen Normdaten-Dateien zu bestehen scheint, ist die Anzahl der  Komplettabzüge entsprechend geringer und liegt bei uns in der USB schätzungsweise zwischen 300 und 400. Zahlen aus dem hbz – 600 Downloads am ersten Tag – hatte bereits Felix Ostrowski in einem Blog-Kommentar genannt.

Auch in der Blogsphäre – und anderswo – hat sich die Kunde von der Öffnung der Daten entsprechend verbreitet – und das sowohl national wie international. Ich habe hier einige Meldungen gesammelt:

Auf Twitter sieht es ähnlich aus – viele, viele Tweets. Im anglo-amerikanischen Raum waren dabei insbesondere die Blog-Artikel der Open Knowledge Foundation und der Open Content Alliance große Multiplikatoren.

Der Abzug der offenen Daten vom hbz-Server ist bereits im Internet Archiv selbst archiviert (Internet Archive: Free Download: Cologne Linked Open Data) und wird von dort daher sicherlich zukünftig in die Open Library integriert. Mit der Wikipedia und dem Internet Archiv (mit OpenLibrary) haben damit bereits in kürzester Zeit zwei wichtige Dienste im Netz unsere Daten abgeholt, um sie in ihren Projekten für die Allgemeinheit möglichst nutzbringend zu verwenden.

Inzwischen hat das hbz auch eine eigene offizielle Projektseite für die offenen Daten eingerichtet:

http://opendata.hbz-nrw.de/

Bezeichnend war ein Kommentar, auf den ich bei futurezone vom ORF in Österreich gestoßen bin:

Und das schon 2010: Die Bibliotheken sind aufgewacht! Guten Morgen im Jahre 2010. Soetwas gibt es auch nur im geschützten Bereich.

Die Zeit ist nicht nur reif, sie ist überfällig!

Update 12.4.2010: Die Zentralbibliothek der Sportwissenschaften der Deutschen Sporthochschule Köln schließt sich der Open-Access-Bewegung für bibliographische Daten an. Weitere Informationen unter http://www.vifasport.de/OpenDATA.html und http://opendata.zbsport.de/.