Ein QR-Code (QR steht für englisch: quick response = schnelle Antwort) ist entsprechend Wikipedia ein zweidimensionaler (2D) Code, der durch geeignete Programme mit einem Photohandy (oder PDA oder Tab) verarbeitet werden kann.

Das Handy kann so bequem als „Merkzettel“ für recherchierte Katalog- und Bibliotheksinformationen genutzt werden.

Seit ich vor rund einem Jahr das erste Mal die Einbindung von QR-Codes im Heidelberger Katalog Heidi gesehen hatte, wanderte das Thema relativ schnell auf meine ToDo-Liste für OpenBib, blieb dort aber aus Zeitmangel bisher liegen. Erst durch die umfangreiche Zusammenstellung des QR-Code Einsatzes in diversen Bibliotheken, die Viola Voß in einer Mail an InetBib vor zwei Tagen verschickte, rückte das Thema wieder in meinen Fokus.

Für OpenBib wurde ich mit dem Perl-Modul GD::Barcode, in dem auch GD::Barcode::QRcode enthalten ist, relativ schnell fündig. Mit diesem Modul konnte dann umgehend ein neuer QR-Code-Dienst – in OpenBib-Sprache „Konnektor“ genannt – umgesetzt werden. Die Essenz des Dienstes steckt in nur 4 Zeilen:


use GD::Barcode::QRcode;

my $code = GD::Barcode::QRcode->new($text,{ECC => 'M', Version => 12, ModuleSize => 5});
$r->content_type("image/png");
$r->print($code->plot->png);

Dieser Dienst ist USB- und Uni-intern insbesondere auch dafür gedacht, erst einmal mit QR-Codes experimentieren zu können und diese dann gegebenenfalls vermehrt auch produktiv einzusetzen. Dabei geht es ganz zentral darum, Akzeptanz für den Nutzen der QR-Codes zu schaffen, denn hier liegt sicherlich das größte Problem: Aus der Niche ‚technische Spielerei, die sowiso niemand braucht‘ herauszukommen und als sinnvolles Werkzeugt aus dem bibliothekarischen Dienste-Werkzeugkasten akzeptiert zu werden.

Der Basis-URL des Dienstes lautet:

http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/connector/qrcode

Mit dem Parameter ‚text‚ wird dann der Text angehängt, der in einen QR-Code umgewandelt werden soll. Dieser ist derzeit (mit dem verwendeten ECC-Level M und der QR-Code Version 12) auf 419 aphanumerische Zeichen begrenzt, um die Größe des QR-Code-Bildes in einem erträglichen Rahmen zu halten. Weitere Informationen über die Kapazität von QR-Codes abhängig von ECC-Level und Version stellt der ‚QR-Code Erfinder‘ Denso Wave auf seiner Webseite zur Verfügung.

Der QR-Code-URL für den Text ‚123‘ ist somit z.B.

http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/connector/qrcode?text=123

Der KUG bedient mit QR-Codes zwei typische Szenarien: Informationen über Exemplare und Bibliotheken

Exemplarinformationen

Der Nutzer recherchiert im KUG verschiedene Titel und möchte diese dann im Regal finden. Wesentliche Informationen, die er sich für das jeweilige Exemplar merken muss, sind ‚Titel‘, ‚Standort‘ (gegebenenfalls auch den Namen der Bibliothek) und ‚Signatur‘.

Bei jedem relevanten Exemplar geht er mit der Maus im KUG über das QR-Code-Icon und fotographiert den dann erscheinenden QR-Code mit einem QR-Code-Reader-Programm auf seinem Handy (ohne aktiviertes JavaScript klickt er einfach auf das Icon). Mit der sukzessiv anwachsenden Bücher-Liste auf seinem Handy kann er dann zu den Regalen gehen und die jeweiligen Bücher heraussuchen.

Ein Beispiel ist z.B. folgender Titel aus dem Europäischen Dokumentationszentrum (EDZ) in der USB:

QR-Code mit relevanten Exemplar-Informationen

QR-Code mit relevanten Exemplar-Informationen

Permalink: http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/connector/permalink/edz/4687797/1/kug/index.html

Wesentlich ist hier neben der Signatur insbesondere auch die Sachgruppen-Nummer als weitere Standortangabe, da der Nutzer über diese erst den relevanten Regalabschnitt finden muss, bevor er dort mit der Signatur weitersucht.

Bibliotheksinformationen

Ein Nutzer möchte eine (Instituts-)Bibliothek aufsuchen. Wesentliche Informationen, die er sich hier merken muss, sind ‚Institutsname‘, ‚Adresse‘ (gegebenfalls mit Gebäudeteilangaben) und ‚Öffnungszeiten‘.

Auch diese Informationen kann er bequem mit seinem Handy über den QR-Code abfotographieren und verarbeiten.

Ein Beispiel ist z.B. die Instituts-Sicht des Instituts für Ethnologie im KUG:

Bibliotheksinformationen als QR-Code

Bibliotheksinformationen als QR-Code

 

Link: http://kug.ub.uni-koeln.de/portal/lastverteilung?view=inst431

Im ‚Steckbrief der Bibliothek‘ findet er den QR-Code mit den relevanten Informationen.

Zusätzlich wird der QR-Code auch in der vollständigen Informationsseite zu einer jeden (Instituts-)Bibliothek im KUG angeboten. Dieser ist u.a. bei den Exemplaren über die besitzende Bibliothek oder im Steckbrief unter [Mehr] verlinkt.

Benötigte Software für das Handy

Um QR-Codes mit dem Handy zu verarbeiten benötigt man eine entsprechende Software für das Handy, wie z.B.

Beide Programme sind gratis. Speziell der i-nigma Reader unterstützt eine Vielzahl von Handy-Modellen (iPhone, Android, Symbian, Java-fähige Handys)

Gegenüber dem einfachen Abfotographieren hat der QR-Code den wesentlichen Vorteil, dass nicht einfach nur ‚ein Bild‘ abgespeichert wird, sondern der tatsächliche Text. Diesen Text kann man weiter verarbeiten, auflisten, abspeichern, weiterleiten oder – falls es ein URL ist – z.B. auch automatisch diesen über den Web-Browser im Smartphone aufrufen.

Wir sind froh das Thema QR-Codes ausgehend vom KUG nochmals aufgegriffen zu haben und überlegen uns gerade weitere sinnvolle Anwendungen innerhalb und außerhalb des KUG.