Nichts ist für die Ewigkeit. Das gilt insbesondere für Nummern von Bibliotheksausweisen oder E-Mail-Adressen. Ob ein Nutzer seinen Ausweis verloren hat oder seine Nutzergruppe wechselt (z.B. nach Beendigung seines Studiums), immer bekommt er bei uns einen neuen Ausweis mit einer neuen Benutzernummer (in der die Nutzergruppe alphabetisch kodiert ist).

An die Benutzernummer werden im KUG jedoch – bei der Anmeldung bzw. an die E-Mail-Adresse bei Selbst-Registrierung – jeweils die vom Nutzer generierten Inhalte gebunden und in der KUG-System-Datenbank abgelegt. Seien es Literaturlisten, Tags oder Merklisteneinträge, alle Informationen bleiben in der alten Kennung gefangen, wenn sich die Nutzernummer ändert.

Schlimmer noch: Bei dieser Änderung wird im jeweiligen Bibliothekssystem auch die alte Kennung gelöscht, so dass sich ein Nutzer nun im KUG auch nicht mehr mit der alten Nummer anmelden kann. Denn die Anmeldung mit Benutzernummern geschieht im KUG direkt im jeweiligen Bibliothekssystem und nicht an der KUG-System-Datenbank. An eine automatisierte Übernahme des Änderungs-Vorgangs aus den beteiligten Bibliothekssystemen ist mangels Schnittstellen und dort erfasster Informationen nicht zu denken.

Insgesamt also ein ziemlicher Schlamassel. Daher haben wir nach einer Lösung gesucht, wie sich diese Problematik möglichst einfach vom Nutzer selbst, aber auch allgemein auf Administrationsseite lösen lässt.

Die anvisierte Lösung sieht so aus:

Der Nutzer kann selektiv Informationen (Literaturliste, Merklisteneinträge, Tags) von seiner alten Kennung in seine neue verschieben. Dazu muss er nachweisen, dass die alte Kennung auch tatsächlich zu ihm gehört.

Wegen der Löschung der alten Nutzernummern aus den Bibliothekssystemen müssen wir  in der KUG-System-Datenbank zusätzlich deren Passworte cachen – die Passworte bei Selbst-Registrierung am KUG werden ohnehin bereits dort gespeichert. Jedes Passwort wird dabei aus Sicherheitsgründen individuell verschlüsselt abgelegt. Anhand dieser Informationen kann nun lokal im KUG der Identitätsnachweis erfolgen.

In „Mein KUG“ ist hierfür ein neuer Menu-Punkt „Konto-Migration“ hinzugekommen. Dort kann ein Nutzer seine alte Benutzernummer und sein altes Passwort eingeben und dann entscheiden, welche seiner Inhalte er in seine aktuelle KUG-Kennung verschieben will.

Migration nutzergenerierter Inhalte aus Nutzersicht

Zusätzlich besteht nun auch für einen KUG-Administrator die Möglichkeit nutzergenerierte Inhalte zwischen  verschiedenen Kennungen zu verschieben. Das kann sinnvoll sein, wenn Inhalte zwischen verschiedenen Personen transferiert werden sollen. Beispielsweise kann ein Bibliothekar offizielle Literaturlisten für ein Institut erstellt haben und sein Nachfolger soll diese unter dessen eigener (Nachfolger-)Kennung weiterführen. Hier sollen natürlich keine Passwortinformationen ausgetauscht werden, daher geht der Weg über den Administrator.

Nutzergenerierte Inhalte als Administrator verschieben

Zu guter Letzt stehen diese neuen Funktionen auch über eine JSON-Schnittstelle zur Verfügung, so dass einer alternativen Integration in externe Anwendungen nichts im Wege steht.

Mit diesen neuen Möglichkeiten können nun nutzergenerierte Inhalte im KUG beliebig zwischen Kennungen ausgetauscht werden, von Benutzernummer zu Benutzernummer, Benutzernummer zu E-Mail-Adresse oder umgekehrt – und gewinnen so, zumindest innerhalb des KUG, an Mobilität.